Bava Metzia 80

Kapitel 80

א דל תלתין ושיתא בשיתא פשו ליה תריסר דל תמניא שתותי פשו להו ארבעה
1 Wenn man von diesen sechsunddreißig für die sechs [Zuz] abzieht, so bleiben zwölf zurück, und wenn man von diesen noch acht als Sechstelabzieht, so bleiben [als Verdienst] vier zurück. –
ב והאמר שמואל המשתכר אל ישתכר יותר על שתות
2 Aber Šemuél sagte ja, wer verdienen will, dürfe nicht mehr als ein Sechstelverdienen!? –
ג איכא גולפי ושמריא אי הכי נפיש ליה טפי משתות איכא טרחיה ודמי ברזנייתא:
3 Er hatte noch die Krüge und die Hefe. – Demnach ist es ja mehr als ein Sechstel!? – Er hatte auch die Mühewaltung und das Anstechen zu bezahlen.
ד אם היה שמן מזוקק אינו יוציא לו שמרים [וכו']: והא אי אפשר דלא בלע אמר רב נחמן במזופפין שנו אביי אמר אפילו תימא שלא במזופפין כיון דטעון טעון
4 I<small>ST DAS</small> Ö<small>L GEREINIGT, SO KANN ER IHM KEINE</small> H<small>EFE ABZIEHEN &amp;C</small>. Beim Öl ist es ja aber nicht möglich, daß es nichtseinsaugt!? R. Naḥman erwiderte: Wenn sie ausgepichtsind. Abajje erklärte: Du kannst auch sagen, wenn sie nicht ausgepicht sind, denn wenn sie einmal vollgesogen sind, sind sie es auch.
ה ר"י אומר אף המוכר שמן מזוקק לחבירו כל ימות השנה הרי זה מקבל עליו לוג ומחצה שמרים למאה: אמר אביי כשתמצא לומר לדברי ר"י מותר לערב שמרים לדברי חכמים אסור לערב שמרים
5 R. J<small>EHUDA SAGT, WENN JEMAND AN SEINEN</small> N<small>ÄCHSTEN DAS GANZE</small> J<small>AHR HINDURCH GEREINIGTES</small> Ö<small>L VERKAUFT, MUSS DIESER ANDERTHALB</small> L<small>OG VON HUNDERT</small> H<small>EFE MITNEHMEN</small>. Abajje sagte: Will man deduzieren, so ist aus den Worten R. Jehudas zu entnehmen, daß man die Hefe mischen dürfe, und aus den Worten der Weisen, daß man die Hefe nicht mischen dürfe.
ו לדברי רבי יהודה מותר לערב שמרים והיינו טעמא דמקבל דאמר ליה אי בעי לערובי לך מי לא ערבי לך השתא נמי קביל
6 Nach R. Jehuda darf man die Hefe mischen, und der [Käufer] muß sie deshalb mitnehmen, weil der [Verkäufer] zu ihm sagen kann: wenn ich wollte, könnte ich sie dir mischen, daher mußt du sie auch jetzt mitnehmen. –
ז ולימא ליה אי ערבת ליה הוה מזדבן לי השתא מאי אעביד ליה לחודיה לא מזדבן לי בבעל הבית עסקינן דניחא ליה בצילא ולימא ליה מדלא ערבית לי אחולי אחלת לי
7 Soll er ihm doch erwidern: wenn du sie gemischt hättest, würde ich sie mitverkauft haben, was aber soll ich damit jetzt anfangen, gesondert kann ich sie nicht verkaufen! – Hier wird von einem Privatmannegesprochen, dem reines lieber ist. – Soll er ihm doch erwidern: da du es nicht gemischt hast, so hast du darauf verzichtet!? –
ח רבי יהודה לטעמיה דלית ליה מחילה דתנן מכר לו את הצמד לא מכר לו את הבקר מכר לו את הבקר לא מכר לו את הצמד
8 R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn er hält nichts von der Verzichtleistung. Wir haben nämlich gelernt: Wer das Jochverkauft hat, hat nicht die Rinder mitverkauft, wer die Rinder verkauft hat, hat nicht das Joch mitverkauft.
ט ר"י אומר הדמים מודיעין כיצד אמר לו מכור לי צמדך במאתים זוז הדבר ידוע שאין הצמד במאתים זוז וחכ"א אין הדמים ראיה
9 R. Jehuda sagt, der Kaufpreis entscheidet; wenn er beispielsweise zu ihm gesagt hat: verkaufe mir dein Joch für zweihundert Zuz, so ist es klar, daß das Joch allein nicht zweihundert Zuz wertist. Die Weisen aber sagen, der Kaufpreis beweise nichts. –
י לדברי חכמים אסור לערב שמרים והיינו טעמא דלא מקבל דא"ל אי בעית לערובי מי הוה שרי לך השתא נמי לא מקבילנא
10 Nach den Weisen darf man die Hefe nicht mischen, und er braucht sie aus dem Grunde nicht mitzunehmen, weil er zu ihm sagen kann: wenn du sie mischen wolltest, wäre es dir verboten; ich will sie auch jetzt nicht mitnehmen.
יא א"ל רב פפא לאביי אדרבה איפכא מסתברא לדברי חכמים מותר לערב שמרים והיינו טעמא דלא מקבל דא"ל מדלא ערבת לי אחולי אחלית לי לדברי רבי יהודה אסור לערב שמרים והיינו טעמא דמקבל דאמר ליה אי בעי לערובי לא שרי לי לערובי לך קבולי לא מקבלת זבון וזבין תגרא איקרי
11 R. Papa sprach zu Abajje: Im Gegenteil, das Entgegengesetzte ist ja einleuchtend: nach den Weisen darf man die Hefe mischen, und er braucht sie aus dem Grunde nicht mitzunehmen, weil er sagen kann: da du sie mir nicht gemischt hast, so hast du darauf verzichtet; nach R. Jehuda darf man die Hefe nicht mischen, und er muß sie aus dem Grunde mitnehmen, weil jener sagen kann: wenn ich sie mischen wollte, dürfte ich es nicht, mitnehmen willst du sie ebenfalls nicht; kaufen und verkaufen, um Kaufmann zu heißen!?
יב תנא אחד הלוקח ואחד המפקיד לפקטים מאי לפקטים אילימא כי היכי דלוקח לא מקבל פקטים מפקיד נמי לא מקבל פקטים ולימא ליה פקטך מאי איעביד להו
12 Es wird gelehrt: Käufer und Depositor gleichen einander hinsichtlich des Bodensatzes. – Was heißt: hinsichtlich des Bodensatzes; wollte man sagen: wie ein Käufer den Bodensatz nicht zu nehmen braucht, so brauche auch der Depositor den Bodensatz nicht zu nehmen, so sollte ja jener zu ihm sagen: was kann ich für deinen Bodensatz!? –
יג אלא כי היכי דמפקיד מקבל פקטים לוקח נמי מקבל פקטים ומי מקבל לוקח פקטים והתניא ר"י אומר לא אמרו שמן עכור אלא למוכר בלבד שהרי לוקח מקבל עליו לוג ומחצה שמרים בלא פקטים
13 Vielmehr, wie der Depositor den Bodensatz nehmen muß, so muß auch der Käufer den Bodensatz nehmen. – Braucht denn der Käufer den Bodensatz zu nehmen, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte, das trübe Öl hat der Verkäufer zu tragen, denn der Käufer nimmt ja anderthalb Log Hefe ohne Bodensatz [in den Kauf]!? –
יד לא קשיא הא דיהיב ליה זוזי בתשרי וקא שקיל מיניה בניסן כי מדה דתשרי הא דיהיב ליה זוזי בניסן וקא שקיל מיניה בניסן כי מדה דניסן:
14 Das ist kein Einwand; das eine gilt von dem Falle, wenn er ihm das Geld im Tišri gezahlt und [das Öl] im Nisan nach dem Maße des Tišriempfangen hat, und das andere gilt von dem Falle, wenn er ihm das Geld im Nisan gezahlt und [das Öl] im Nisan nach dem Maße des Nisan empfangen hat.
טו <big><strong>מתני׳</strong></big> המפקיד חבית אצל חבירו ולא יחדו לה בעלים מקום וטלטלה ונשתברה אם מתוך ידו נשברה לצורכו חייב לצורכה פטור אם משהניחה נשברה בין לצורכו בין לצורכה פטור יחדו לה הבעלים מקום וטלטלה ונשברה בין מתוך ידו ובין משהניחה לצורכו חייב לצורכה פטור:
15 <b>W</b><small>ENN JEMAND SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN EIN</small> F<small>ASS ZUR</small> V<small>ERWAHRUNG GEGEBEN UND IHM KEINEN</small> P<small>LATZ BESTIMMT HAT, UND DIESER ES UMGETRAGEN HAT UND ES ZERBROCHEN IST, SO IST ER, WENN ES UNTER SEINER</small> H<small>AND ZERBROCHEN IST, FALLS DIES ZU SEINEM EIGENEN</small> N<small>UTZEN GESCHAH, ERSATZPFLICHTIG, UND FALLS ES ZU DESSEN</small> N<small>UTZEN</small><small>GESCHAH, ERSATZFREI, UND WENN ES, NACHDEM ER ES NIEDERGELEGT HAT, ZERBROCHEN IST, ERSATZFREI, EINERLEI OB ES ZU SEINEM EIGENEN</small> N<small>UTZEN ODER ZU DESSEN</small> N<small>UTZEN GESCHAH</small>. W<small>ENN ER IHM ABER EINEN</small> P<small>LATZ BESTIMMT UND DIESER ES UMGETRAGEN HAT UND ES ZERBROCHEN IST, SO IST ER, EINERLEI OB UNTER SEINER</small> H<small>AND ODER NACHDEM ER ES NIEDERGELEGT HAT, WENN ES ZU SEINEM EIGENEN</small> N<small>UTZEN GESCHAH, ERSATZPFLICHTIG, UND WENN ZU DESSEN</small> N<small>UTZEN, ERSATZFREI</small>.
טז <big><strong>גמ׳</strong></big> הא מני רבי ישמעאל היא דאמר לא בעינן דעת בעלים דתניא הגונב טלה מן העדר וסלע מן הכיס למקום שגנב יחזיר דברי רבי ישמעאל רבי עקיבא אומר
16 GEMARA. Wer [ist der Autor]? – Es ist R. Jišmáél, welcher sagt, es sei keine Inkenntnissetzung des Eigentümersnötig. Es wird nämlich gelehrt: Wer ein Lamm aus einer Herde oder einen Sela͑ aus einem Beutel gestohlen hat, muß es zurückbringen nach der Stelle, wo er es gestohlen hat – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt,